Jugendstil
Eine kunstgeschichtliche Epoche um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert - weitere Bezeichnungen sind art nouveau, Modern Style, Modernisme, Stile Liberty. Äußerlich sichtbare Elemente des Jugendstils sind dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhafte florale Ornamente und die Aufgabe von Symmetrien. Mit dem Jugendstil verbinden sich zahlreiche künstlerische Programme und Manifeste.
Er steht für große gesamtkünstlerische Gestaltungen, in der alles vom äußeren Bauwerk bis zur dekorativen Innenausstattung im einheitlichen Sinne durchgestaltet wurde. Damit wurde auch die Forderung nach der großen Verschmelzung von „Kunst und Leben“ verknüpft.
Zur Programmatik des Jugendstils gehörte aber auch die Forderung nach Funktionalität und Ausdruck der Funktion in der Erscheinung der Dinge, dass also die Funktionen eines Gebäudes auch dessen Gestaltung sichtbar bestimmen sollte.
Der Jugendstil ist in Deutschland aus lokalen Bewegungen und Künstleravantgarden entstanden, die erst im Laufe der Jahre und über die vielen neu gegründeten Kunstzeitschriften zu einem überregionalen Ideenaustausch gelangten.
Namensgeber der Bewegung war die künstlerische Wochenzeitschrift Die Jugend, die erstmalig im Mai 1896 in München erschien.
Neben München entwickelte sich Darmstadt zum zweiten Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Motor dieser Entwicklung war der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. 1899 berief er sieben junge Künstler nach Darmstadt in die Künstlerkolonie. Er ließ auf der Mathildenhöhe durch den Architekten Joseph Maria Olbrich ein Ateliergebäude errichten, außerdem hatten die Künstler die Möglichkeit, sich eigene Wohnhäuser zu bauen. Neben Olbrich waren Peter Behrens, Hans Christiansen, Ludwig Habich und Patriz Huber weitere bedeutende Künstler unter den Darmstädter Sieben. Ein klares Ende des Jugendstils in den Wirren der Jahre bis zum und im Weltkrieg zu setzen, ist nicht möglich.






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